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Call for Papers für PROKLA 224 (Heft 3, September 2026): Kämpfe ums Recht

2025-12-11

Die Rolle des Rechts in gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen scheint aktuell wieder stark politisiert. Während der Rechtsstaat nicht nur in hegemonialen Wirtschaftsnationen eng mit Verfassung, politischer Demokratie und dem Schutz von Minderheitsrechten verbunden war, wird das liberale Rechtsverständnis heute zunehmend infrage gestellt. Mit dem Erstarken autoritärer und extrem rechter Kräfte nehmen nicht nur die Angriffe auf die liberale Demokratie, sondern auch auf das mit ihr verbundene Rechtsverständnis zu. Das lange in vielen Disziplinen entpolitisiert wirkende Recht, das politische Aushandlungsprozesse oft als externe Restriktion überwachte, abwägte und Grenzen setzte, wird nun offen als politische Instanz angegriffen. Das Verhältnis von Recht und Unrecht bzw. Recht und Gerechtigkeit verändert sich, spitzt sich neu zu und wird zunehmend offensichtlicher Kampffeld von gesellschaftlichen Konflikten. Kämpfe um das Recht und seine Mobilisierungspotenziale sind dabei keineswegs neu, sondern haben eine lange, widersprüchliche und räumlich variierende Geschichte.

Angesichts der globalen Tendenzen einer zunehmenden Politisierung des Rechts und der offensichtlichen Krise des liberalen Rechtsverständnisses halten wir die Analyse von Rechtskämpfen für ein fruchtbares Unterfangen, um gesellschaftliche Kräfteverhältnisse zu verstehen und das Verhältnis von Recht und Gerechtigkeit neu zu bestimmen. In dieser Ausgabe der PROKLA möchten wir die bisherigen Debatten und Anwendungsbereiche des vor allem im deutschsprachigen Raum rezipierten Konzepts »Rechtskämpfe« zusammenführen.

Hier geht es zum ausführlichen Call for Papers für PROKLA 224 (3/2026).

Frist für Exposés ist der 9. Februar 2026. Zusendung bitte an: redaktion [at] prokla.de.

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Bd. 56 Nr. 222 (2026): Modern Times: Emanzipation – Macht – Technik
					Ansehen Bd. 56 Nr. 222 (2026): Modern Times: Emanzipation – Macht – Technik

Mit technischen Innovationen gingen schon immer Fortschrittsversprechen wie auch Erfahrungen von Macht und Ohnmacht einher. Auch heute steht Technik wieder im Zentrum von Auseinandersetzungen um gesellschaftliche Arbeitsteilung, Macht, Teilhabe und Zukunft. Wie aber ist das Verhältnis von Technik, Ohnmacht und Emanzipation beschaffen? Insbesondere digitale, vernetzte Technik, wie etwa Künstliche Intelligenz oder »Big Data«-Technologien, ist allgegenwärtig und lädt auch im Alltag zur intensiven Nutzung ein. Technik produziert nicht nur bestimmte Arbeits- und Distributions-, sondern auch Konsumptions-, Begehrens- und Lebensweisen. Ob wir derzeit den Aufstieg einer neuen Produktions- und Regulationsweise erleben, die der Einfachheit halber oft als »digitaler Kapitalismus« bezeichnet wird, ist umstritten.

In der PROKLA 222 fragen wir nach dem Charakter und den Auswirkungen dieser Veränderungen: Welche gesellschaftlichen Folgen haben die neuen Technologien? Aber auch: Auf welche emanzipatorischen Lernprozesse wider die Ohnmacht können wir uns stützen und wie lassen sie sich – auch mit Technik – verallgemeinern?

Mit Beiträgen von Madeleine Böhm, Franziska Cooiman, Philipp Frey, Felix Gnisa, Helen Hester, Yannick Kalff, Pamela Kenne, Isabell Mader, Isabelle Puccini, Lucas Reinehr, Christoph Scherrer, Dorothea Schmidt, Mariana Schütt, Sebastian Sevignani, Sandra Sieron, Ingo Stützle, Kauã Arruda Wioppiold.

Veröffentlicht: 2026-03-02

Editorial

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