Japanische Außenpolitik und amerikanische Hegemoniekrise

Autor/innen

  • Ulrich Menzel

DOI:

https://doi.org/10.32387/prokla.v17i66.1351

Schlagworte:

Japan, Außenpolitik, USA, Hegemonie, Krise

Abstract

Als Japan 1952 im Anschluß an den Friedensvertrag von San Francisco (am 8.9.1951 unterzeichnet und am 28.4.1952 in Kraft getreten) und den gleichzeitigen Abschluß eines Sicherheitsvertrages mit den USA von der Siegermacht des Pazifikkriegs in die Souveränität entlassen wurde, konnte das Land sich in den folgenden 20 Jahren ganz auf die wirtschaftliche Entwicklung konzentrieren. Nach außen verließ man sich darauf, daß die in den 1950erund 1960er Jahren uneingeschränkte amerikanische Hegemonie gleichermaßen ein reibungsloses Funktionieren der Weltwirtschaft wie den politisch-militärischen Schutzschirm im Ost-West-Konflikt garantierte, der in Ostasien neben Mitteleuropa seinen zweiten großen Schauplatz hatte. Im Innern sorgten die traumatischen Erfahrungen von Hiroshima und Nagasaki, die breite pazifistische Grundströmung in der Bevölkerung nach der katastrophalen Niederlage im Pazifikkrieg und nicht zuletzt die von der amerikanischen Besatzungsmacht mehr oder weniger oktroyierte Friedensverfassung dafür, daß militärische und sicherheitspolitische Fragen einen denkbar geringen Stellenwert in der japanischen Politik einnahmen. Die USA waren bereit und in der Lage, die globalen Verteidigungskosten für Japan zu tragen und gleichzeitig über die Öffnung ihrer Märkte seine rasche wirtschaftliche Erholung zu fördern. Für japanische Außenpolitiker bedeutete das die willfähige Akzeptanz der Rolle des Juniorpartners gegenüber den USA und den Verzicht auf eine eigenständige Außenpolitik.

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Veröffentlicht

1987-03-01

Zitationsvorschlag

Menzel, U. (1987). Japanische Außenpolitik und amerikanische Hegemoniekrise. PROKLA. Zeitschrift für Kritische Sozialwissenschaft, 17(66), 106-124. https://doi.org/10.32387/prokla.v17i66.1351

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Artikel des Heftschwerpunkts