Bd. 20 Nr. 80 (1990): Politische Generationen

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Das politische Problem der Generationen beginnt dort, wo eine Generation aufhört. Sechs von neun Redaktionsmitgliedern der PROKLAgehören den Jahrgängen an, die sich jetzt auch die Sozialforscher angewöhnt haben, »Protestgeneration« zu nennen, während die drei verbleibenden zu jener unglücklichen Kohorte zählen, die schlicht nur als »verloren« gilt. Die »lost generation« kommt alle Jahre mal vor und hat im 20. Jahrhundert eine reiche Tradition. Nicht nur die, die klagen, für '68 zu jung und für den Punk zu alt gewesen zu sein, suhlen sich gerne in der Melancholie, das Wesentliche verpaßt zu haben. So sangen schon die Alten, als sie noch kurze Hosen trugen, und später dann haben sich junge Männer dieses Gefühl beim Rock'n'Roll aus dem Körper getanzt. Verloren waren diese Generationen durch den Krieg, die späteren durch das Empfinden, nicht überall dabeigewesen zu sein.

Veröffentlicht: 1990-09-01