Von Konkurrenz kann keine Rede sein!

Zur Bedeutung von familien- und sozialpolitischen Maßnahmen im historischen Verlauf der Frauenindustriearbeit in Deutschland

Autor/innen

  • Ingeborg Wegehaupt-Schneider

DOI:

https://doi.org/10.32387/prokla.v12i49.1497

Schlagworte:

Sozialpolitik, Familienpolitik, Deutschland, Arbeit

Abstract

Die folgenden Überlegungen stammen aus einer historisch orientierten Untersuchung zur Entwicklung der Frauenindustriearbeit in Deutschland. Die historische Orientierung verfolgt dabei eine doppelte Zielsetzung. Zum einen kann die vorfindliche Situation der Frauenerwerbstätigkeit, die gekennzeichnet ist durch die aktuellen Formen der Benachteiligung, nur aus ihrer Geschichte geklärt werden. Sie muß als Resultat einer Entwicklung begriffen werden, die trotz einer Fülle von politischen und sozialpolitischen Versuchen, die ökonomische Benachteiligung der weiblichen Arbeitskraft aufzuheben, lediglich auf jeweils neuer Ebene die Diskriminierung der Frauen im Erwerbsleben stabilisierte. Zum anderen kann so ein falscher ökonomischer Determinismus umgangen werden. Die jeweilige Verwertungssituation der Branche (Art der Produktionsprozesse und Möglichkeiten sowie Stand der Mechanisierung dieser Prozesse) ist nicht ausschließlich bedeutsam für den Fraueneinsatz. Ein weiterer zumindest gleichbedeutender Faktor ist sicher in der historischen Entwicklung der Industriezweige zu sehen: Der ursprünglich hauptsächlich durch typische weibliche Fertigkeiten und Eigenschaften gerechtfertigte Einsatz von Frauen in bestimmten Produktionsbereichen (z.B. Textil- und Bekleidungsindustrie sowie Nahrungs- und Genußmittelindustrie) besteht auch noch unter technisch entwickelteren Niveaus fort, die solche Fertigkeiten gar nicht mehr verlangen.

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Veröffentlicht

1982-12-01

Zitationsvorschlag

Wegehaupt-Schneider, I. (1982). Von Konkurrenz kann keine Rede sein! Zur Bedeutung von familien- und sozialpolitischen Maßnahmen im historischen Verlauf der Frauenindustriearbeit in Deutschland. PROKLA. Zeitschrift für Kritische Sozialwissenschaft, 12(49), 44-59. https://doi.org/10.32387/prokla.v12i49.1497