Alltagsbewußtsein und Lebenswelt

  • Joachim Bischoff
  • Karlheinz Maldaner
Schlagworte: Krise, Alltagsbewusstsein, Habermas, Marx, Arbeit

Abstract

Eine Bilanz der Ausarbeitungen und Diskussionen über Bewußtseinstheorie im zurückliegenden Jahrzehnt fällt nicht positiv aus. Mit Recht konstatiert Schumann: »Wir können heute die vorfindlichen Formen des Arbeiterbewußtseins recht zutreffend beschreiben, wir können die Wirkung einzelner Einflußfaktoren auf das Bewußtsein benennen - etwa den Zusammenhang von Arbeitserfahrung und Arbeitsbewußtsein -, aber es liegt keine überzeugende Bewußtseinstheorie vor, die den Zusammenhang von gesellschaftlichem Sein und Bewußtsein ... so genau bestimmen kann, daß die Wirkung gesellschaftlicher Prozesse wie der gegenwärtigen Krise angemessen bestimmt oder gar vorhergesagt werden könnte. Eine solche Theorie wäre aber erforderlich, soll der Versuch einer Prognose über Entwicklungstendenzen des Arbeiterbewußtseins mehr als eine wie immer intelligente Spekulation sein.« (Schumann 1983, S. 9) Dieses bestehende Defizit wird noch gravierender, wenn wir uns klar machen, daß wir mit
den Arbeitern nur einen, wenn auch gewichtigen Teil der gesamten Lohnabhängigen erfaßt haben. Gerade weil wir heute die Unterscheidung in Arbeiter- und Angestel!tenbewußtsein nicht länger aufrechterhalten können, müssen wir uns um eine Bewußtseinstheorie bemühen, die von vornherein alle Lohnabhängigen einbezieht.

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Veröffentlicht
1983-12-01
Zitationsvorschlag
Bischoff, J., & Maldaner, K. (1983). Alltagsbewußtsein und Lebenswelt. PROKLA. Zeitschrift für Kritische Sozialwissenschaft, 13(53), 22-37. https://doi.org/10.32387/prokla.v13i53.1464