Mit dem vorliegenden Heft hat es PROKLA in den vergangenen 25 Jahren auf die stattliche Zahl von 100 Ausgaben mit weit über 600 Artikeln gebracht. Gegründet wurde PROKLA unter politischen und wissenschaftlichen Bedingungen, die sich von den heutigen erheblich unterscheiden. Studentenbewegung und außerparlamentarische Opposition hatten mit ihren Forderungen nach einer Demokratisierung der Gesellschaft, den Protesten gegen den Vietnamkrieg und die Notstandsgesetze das Ende des »CDUStaats « eingeläutet. Ende der 60er Jahre hatten große Teile der Protestbewegung auch Marx, die Arbeiterklasse und den Klassenkampf entdeckt. In dieser Aufbruchphase wurde PROKLA gegründet - nachdem in der Redaktion der »Sozialistischen Politik « eine SEW/DKP-nahe Minderheit die undogmatische Mehrheit mit juristischen Tricks hinausgeworfen hatte. Das Pathos der damaligen Aufbruchstimmung drückte sich auch im Namen der neuen Zeitschrift aus: Probleme des Klassenkampfs. Zeitschrift für politische Ökonomie und sozialistische Politik. Bereits in den 70er Jahren wurde daraus das Akronym PROKLA und seit 1992 lautet der Name PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft. Daß es sich bei diesem Namenswechsel nicht um die heute modisch gewordene Liquidation der eigenen Geschichte handelte, sondern um die adäquatere Bezeichnung eines Publikationsprogramms, das sich nicht allein auf die früheren Eckpfeiler Klassenkampf, politische Ökonomie und sozialistische Politik reduzieren ließ, ohne aber deren Bedeutung abzuleugnen (vgl. Editorial von PROKLA 86, März 1992), dafür stehen die in der PROKLA veröffentlichten Beiträge .

Veröffentlicht: 1995-09-02