Das auf der Verbrennung der fossilen Energieträger Öl, Kohle und Gas beruhende Energiesystem befindet sich in einer Krise. Außer der Erschöpfung der Ressourcen ist das fossilistische Energiesystem auch von Seiten der erneuerbaren Energien unter Druck geraten. Deren Nutzung befindet sich weltweit im Aufschwung. Der Übergang von einem fossilistischen zu einem auf erneuerbaren Energieträgern beruhenden System ist jedoch keineswegs konfliktfrei geschweige denn ausgemacht. Der Konflikt um die räumliche Gestalt einer Energieversorgung auf Grundlage erneuerbarer Energieträger, bei dem es letztlich darum geht, ob die Kontrolle über eine wichtige gesellschaftliche Infrastruktur wie bisher von einem Konglomerat großer Konzerne ausgeübt oder aber kapitalistischen Verwertungsinteressen entzogen und demokratisiert wird, ist nur einer von vielen Konflikten, die in der Krise des fossilistischen Energiesystems ausgetragen werden. Im PROKLA-Schwerpunkt „Die Neuordnung der Energieversorgung: Kräfteverhältnisse, Konflikte und Perspektiven“ sollen diese Dynamiken ge-nauer analysiert werden. Welche energiepolitischen Entwicklungslinien zeichnen sich derzeit ab? Von welchen innergesellschaftlichen und internationalen Kräftekonstellationen werden sie getragen? An welchen Widersprüchen und Konflikten brechen sie sich? Wie sind die Erfolgsbedingungen von Initiativen und sozialen Bewegungen einzuschätzen, die für eine Transformation von Lebensweisen und eine Demokratisierung der Energieversorgung auf der Basis erneuerbarer Energieträger kämpfen?

Veröffentlicht: 2016-09-01