Gender Health Gap

Gesundheitsbezogene Ungleichheit zwischen den Geschlechtern in der Arbeit

  • Karina Becker Universität Jena
  • Thomas Engel Universität Jena
  • Lena Grebenstein
  • Laura Künzel Universität Jena
Schlagworte: Gesundheit, Care, Soziale Arbeit, Geschlchterverhältnisse, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung

Abstract

Karina Becker, Thomas Engel, Lena Grebenstein und Laura Künzel: Gender Health Gap: Gesundheitsbezogene Ungleichheit zwischen den Geschlechtern in der Arbeit. In dieser Arbeit werden die gesundheitsbezogenen Unterschiede von Belastungen und Ressourcen zwischen den Geschlechtern in der Lohnarbeit in Deutschland analysiert. Um das Problem zu kontextualisieren werden aktuelle Diskussionen der Arbeitssoziologie sowie feministischer Theorie nachgezeichnet. Die Datenbasis unserer Analyse stellt die BiBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung dar. Wir gruppieren die Arbeitnehmer*innen in elf Berufsklassen, die sich auf der Basis des von Daniel Oesch entwickelten Schemas anhand von Arbeitslogik und Bildungsniveau ergeben. In der interpersonellen und der technischen Arbeitslogik stellen wir eine Gratifikationskrise fest, von der Frauen besonders stark betroffen sind. Hohe psychische Belastungen stehen hier einer geringen Ausstattung mit ausgleichenden Ressourcen gegenüber. In unserem Fazit diskutieren wir Ursachen und mögliche Lösungsstrategien für diese nachgewiesene gesundheitliche Diskriminierung von Frauen in der Lohnarbeit.

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Veröffentlicht
2019-06-19
Zitationsvorschlag
Becker, K., Engel, T., Grebenstein, L., & Künzel, L. (2019). Gender Health Gap. PROKLA. Zeitschrift für Kritische Sozialwissenschaft, 49(195), 219-237. https://doi.org/10.32387/prokla.v49i195.1820
Rubrik
Artikel des Heftschwerpunkts