Thesen zur Bundestagswahl 1976

  • Jürgen Seifert
Schlagworte: Bundestagswahl, Parteien, Deutschland, SPD

Abstract

Bei den Bundestagswahlen 1976 haben sich zwar diejenigen nicht durchsetzen können, die mit einer Klassenkampfparole gegen links (,,Freiheit oder Sozialismus") angetreten waren; dennoch ist das Wählerpotential der Unionsparteien heute nicht nur stärker denn je, sondern scheint auch - das ist von Bedeutung für die Landtagswahlen der nächsten Jahre - gefestigter denn je. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, sich daran zu erinnern, daß bei den Bundestagswahlen 1969 die gültigen Stimmen von CDU/CSU und NPD zusammen über der 50 %-Marge lag und daß damals SPD und FDP ihre Mehrheit der Sitze im Bundestag nur der 5 %-Klausel verdankten. Die Bundestagswahl 1972 muß als Sondervotum für die Ostpolitik, die als Friedenspolitik verkauft wurde, und für Willy Brandt betrachtet werden. Doch selbst bei dieser Wahl konnten CDU und CSU mit 40,5 % der Wahlberechtigten das bei früheren Bundestagswahlen erzielte Ergebnis erreichen (1953: 37,5 %, 1957: 42,4 %, 1961: 38,2 %, 1965: 40,3 % und 1969: 39,3 % der Wahlberechtigten) (1). Erstmals in der Geschichte der Bundesrepbulik konnten sich CDU und CSU bei den Landtagswahlen 1974 bis 1976 (mit Ausnahme von Bayern und Baden-Württemberg) über das Ergebnis der Bundestagswahlen hinaus steigern: in der Summe der Landtagswahlen verbesserte sich die Union mit 1,2 Prozentpunkte.

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Veröffentlicht
1976-12-01
Zitationsvorschlag
Seifert, J. (1976). Thesen zur Bundestagswahl 1976. PROKLA. Zeitschrift für Kritische Sozialwissenschaft, 6(25), 5-13. https://doi.org/10.32387/prokla.v6i25.1708
Rubrik
Artikel des Heftschwerpunkts