„Es geht darum, mit der stalinistischen Tradition zu brechen!"

Interview mit Nicos Poulantzas zum autoritären Etatismus in Westeuropa und zur Strategie der Arbeiterbewegung - durchgeführt von Rodrigo Vaquez-Prada*

  • Nicos Poulantzas
Schlagworte: Arbeiterbewegung, Etatismus, Europa, Autoritarismus

Abstract

Gelegentlich hat man ihm Formalismus und Abstraktheit vorgeworfen. Dennoch - trotz aller Kritik, die dagegen vorgebracht werden kann - bildet das Werk dieses in Paris niedergelassenen Griechen ohne jeden Zweifel einen der solidesten und originärsten Beiträge zum gegenwärtigen Marxismus.
Vor einem Jahrzehnt, bei der Beschreibung seiner eigenen geistigen Entwicklung, hat Nicos Poulantzas geschrieben, daß „in Epochen der Krise die theoretische Revolution in der Geschichte des Denkens wie eine Lokomotive wirkt". Heute wäre die Behauptung nicht mehr übertrieben, daß sein Werk - gegenüber den mechanistischen und dogmatischen Schemata stalinistischen Zuschnitts - eine solche Rolle gespielt hat, während Poulantzas selbst eine bestimmte Form des „politischen Eingriffs" in genau umrissene politische Situationen praktizierte. Und diese Orientierung seiner theoretischen Arbeit tritt mit aller Deutlichkeit in seinen bisherigen Werken hervor. Das gilt auch für seinen erst kürzlich publizierten Essay „L 'Etat, Je Pouvoir, Je Socialisme", deutsch: Staatstheorie (Hamburg 1978), in dem er scharfsinnig und klar über das reflektiert, was er den ,autoritären Etatismus' nennt - eine neue Staatsform, die dabei ist, sich in den Ländern des entwickelten Kapitalismus, in den europäischen Ländern, herauszubilden.

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Veröffentlicht
1979-12-01
Zitationsvorschlag
Poulantzas, N. (1979). „Es geht darum, mit der stalinistischen Tradition zu brechen!". PROKLA. Zeitschrift für Kritische Sozialwissenschaft, 9(37), 137-140. https://doi.org/10.32387/prokla.v9i37.1620
Rubrik
Artikel des Heftschwerpunkts