Die ostasiatischen Schwellenländer. Testfälle für die entwicklungstheoretische Diskussion

  • Ulrich Menzel
Schlagworte: Asien, Entwicklungstheorie, Schwellenländer, Ökonomie, Südkorea, Taiwan

Abstract

Die entwicklungstheoretische Diskussion ist in den letzten Jahren um den Begriff »Schwellenländer« bzw. im angelsächsischen Bereich »Newly Industrializing Countries« bereichert worden. Gemeint sind damit solche Länder, die aufgrund ihres zunehmenden Pro-Kopf Einkommens, ihrer industriellen Wachstumsraten, ihres Anteils an Fertigwaren im Export oder sozialer Entwicklungsindikatoren wie durchschnittliche Lebenserwartung, Alphabetisierungsgrad, Einkommensverteilung, Anteil nichtlandwirtschaftlich Beschäftigter u.ä. ein Profil aufzuweisen haben, das sich dem der Industriegesellschaften tendenziell annähert. Auch wenn bislang noch keine allgemein akzeptierte Definition des Begriffs vorliegt und die jeweils vorgeschlagenen Merkmalskataloge und daraus resultierenden Länderlisten stark vom Erkenntnisinteresse des jeweiligen Autors geprägt sind, so finden sich doch auf allen Listen Hongkong, Singapur, Taiwan und Südkorea. Wenn auch die angebotenen Erklärungen unterschiedlich sind, so herrscht doch wenigstens insoweit Einigkeit, daß es sich hierbei um Länder handelt, die in den letzten 20 Jahren spektakuläre Industrialisierungsprozesse aufzuweisen haben (vgl. Chen 1979; Hofheinz/Calder 1982). Das gleiche gilt, wenn auch in der Diskussion weniger beachtet, für Nordkorea und die drei nordöstlichen Provinzen der VR China, die ehemalige Mandschurei, beides Gebiete, die durchaus den meisten Definitionsmerkmalen von Schwellenländern genügen würden.

Downloads

Keine Nutzungsdaten vorhanden.
Veröffentlicht
1985-06-01
Zitationsvorschlag
Menzel, U. (1985). Die ostasiatischen Schwellenländer. Testfälle für die entwicklungstheoretische Diskussion. PROKLA. Zeitschrift für Kritische Sozialwissenschaft, 15(59), 9-33. https://doi.org/10.32387/prokla.v15i59.1409