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CfP PROKLA 197: Widersprüche, Brüche und Krisen der sozialen Reproduktion (Heft 4, Dezember 2019)

2019-04-25

Der Begriff der sozialen Reproduktion hat in der feministisch-theoretischen, aber auch politischen Debatte eine lange Tradition. Schon in der ersten Frauen*bewegung wurde um die Umgestaltung von Hausarbeit gestritten sowie über Ideen für die Überwindung ihrer Unsichtbarkeit und der damit einhergehenden Isolierung von Frauen* im „Privaten“ nachgedacht – so wurden beispielsweise neue Formen nachbarschaftlicher Organisierung, etwa Hausfrauenkooperativen sowie neue Baukonzepte wie das küchenlose Haus, die Kindertagesstätte, die öffentliche Küche oder der Gemeinschaftsspeisesaal entwickelt. Auch in der zweiten Frauen*bewegung haben Fragen unbezahlter Hausarbeit und der Kinderversorgung im „Privaten“ eine wesentliche Rolle gespielt. Insbesondere in der sog. Hausarbeitsdebatte wurde hierfür das Verhältnis von häuslicher Arbeit zur kapitalistischen Produktion theoretisiert und somit nicht nur Probleme der sozialen Reproduktion, sondern auch ihrer Verortung im gesellschaftlichen Zusammenhang thematisiert. Seine jüngste Konjunktur erlebt der Begriff der sozialen Reproduktion im Kontext der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008. In den Debatten um eine Care-, Sorge- oder Krise der sozialen Reproduktion werden die als krisenhaft erlebten Zuspitzungen in den Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge ebenso thematisiert wie in den „privat“ geleisteten Sorgeverantwortungen oder den transnationalen und globalen Verschiebungen von „Care“. In diesem Sinne gibt der Begriff gegenwärtig aber auch Anlass zu einer erneuten Wieder-Zuwendung materialistisch-feministischer Auseinandersetzungen (vgl. PROKLA 174). Weiterlesen:

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Aktuelle Ausgabe

Bd. 49 Nr. 194 (2019): Weltmarktgewitter

Kapitalistische Krisen sind immer begleitet von einem politischen Kampf darum, wer die Anpassungslasten zu tragen hat. Die PROKLA „Weltmarktgewitter“ geht der Frage nach, wie politische Akteure versuchen, die Wirtschaft und ihre politische Verfasstheit selbst für sich in Dienst zu nehmen, und welche Mittel hierfür gewählt werden. Welche politökonomischen Gründe sind für die Abkehr von der bisherigen Form des Weltmarkts im Zuge der Krise seit 2007 auszumachen? Handelt es sich um eine politische Konjunktur des Protektionismus und der Aufkündigung des Multilateralismus oder werden hierbei strukturelle Veränderungen sichtbar?

Veröffentlicht: 2019-03-26
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